Sänger-Porträts

Wachsa musch Bua, net b´scheißa!

volkersebastianmatthiasFreitagabends ,wenn Matthias zur Singstunde geht:

Sebastian:      „Papa, darf ich auch mit zur Singstunde“.

Matthias:        „Du bist noch nicht alt genug im Männerchor zu singen“ –

Sebastian:      „Aber ich kann doch singen!“

Matthias:        „Klar kannst du singen – alleine –  aber Singen im Chor muss man üben“, wie wäre es, wenn du erst im Schülerchor singen würdest!

Anmerkung: Sebastian ist seit Schuljahresbeginn Herbst 2013 in der 4. Klasse, hat sich zur AG Schulchor angemeldet und bereits mehrere Lieder eingeübt und sie hatten schon mehrere Auftritte u.a. beim Nikolausmarkt am 1. Advent in Grötzingen. Beim Liederkranz ist Sebastian auch immer vorne mit dabei wenn es was zum werkeln gibt.

(Anm. d Red.: Wie auf dem Bild leicht zu erkennen ist, folgt Sebastian in seiner schaffigen Freizeitgestaltung seinem Opa. Darüber hinaus läuft er unverwechselbar in den gleichen Stapfen wie sein Vater.)

 

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Interview mit Neuzugang Alex

Alexander Dippold 32 Jahre alt und Vater von zwei Töchtern 2 und 4 Jahren alt, hat sich im September 2013 dem Liederkranz Schlaitdorf angeschlossen. Dies ist für uns Anlass genug, um ihm mal auf den Zahn zu fühlen:

Alex wo bist du geboren und wo sind deine Wurzeln?

alexGeboren bin ich im tiefsten Bayern und dort habe ich meine Jugendzeit in einem sehr kleinen Dorf mit 7 Häusern, davon 6 Bauernhöfe verbracht. Vor drei Jahren bin ich mit meiner Frau aus Filderstadt nach Schlaitdorf gezogen, weil ich genau hier den ländlichen Charakter, den ich als Junge in Bayern kennenlernte, wiederfand, und das in der Nähe von verschiedenen größeren Städten. Meine Kinder sollen die Natur kennenlernen und mit Tieren aufwachsen.

Alex wie kamst Du mit dem Liederkranz Schlaitdorf in Kontakt?

Beim ersten Gespräch mit unserem neuen Nachbarn Albert Kümmerle hat dieser mir sofort nahegelegt, dass ich zum Männerchor gehen soll. Das kam für mich überhaupt nicht in Frage und sein Werben perlte einfach bei mir ab. Damals konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich mich in einer solchen Truppe wohlfühlen könnte.

Aber wie ging es dann weiter?

Meine Frau wurde plötzlich immer mehr aktiv. Zuerst im Kindergarten und dann entwarf Sie die Broschüre zu 925 Jahre Schlaitdorf.

Mir wurde klar, wenn ich in die Dorfgemeinschaft eingebunden werden will, dann muss ich in einem Verein aktiv mitwirken. Da ich sportlich bin und keine zwei linke Hände habe, dachte ich, die Feuerwehr wäre das Richtige für mich.

Und wie kam es dann doch zum Start im Männerchor?

Die waren schlicht und ergreifend schneller.

Junge Menschen glauben, dass sie in einem Gesangsverein nicht richtig sind…

Auch ich habe dieses Klischee-Denken gehabt. Singen ist uncool und Singen im Liederkranz erst recht …!!

Aber irgendwas muss doch Deinen Schalter umgelegt haben…

Die Kameraden vom Liederkranz waren ganz schön ausgebufft. Die haben immer wieder mit mir geredet. Jeder wusste vom Anderen, wenn einer mit mir geredet hatte. Das waren schnelle und klare Strukturen. Nach einem positiven Gespräch mit Volker Kohn aus dem Vorstand, beschloss ich für mich, über meinen Schatten zu springen, und nahm mir vor, an ein paar Singstunden des Männerchores Liederkranz Schlaitdorf teilzunehmen und mal zu sehen, wie es da so läuft.

Mir war klar. dass jeder sich fragt, was ist das für einer, der junge Blonde in der Mitte dieser älteren Truppe. Ich hoffe dass der zweite junge Bursche, der derzeit auch mitsingt auch Mitglied wird.

Ein 32 jähriges Mitglied zieht den Altersschnitt ganz schön nach unten. Mit dem zweiten zusammen wäre das richtig bemerkbar, aber erzähl doch einfach weiter…  

Ich bin mit offener Art Anfang September in die erste Singstunde gegangen. Dort erlebte ich was, das ich als Express – Integration bezeichnen möchte. Ohne Fragen wurde ich sofort in die Vereinsgemeinschaft aufgenommen.  Bereits nach 3 bis 4 Singstunden erkannte ich, dass gemeinschaftliches Singen sehr wohl Freude macht und dass man Singen lernen kann. Glücklicherweise wurde aus Mitsummen bereits nach den ersten Übungsabenden ein Mitsingen. Die Kringel, Striche und Fahnen nach oben und unten, die Doppelpunkte, das war alles neu für mich. Aber nach einem Monat war für mich klar, bei dieser Gemeinschaft will ich bleiben. Plötzlich war ich mit Menschen in Kontakt, mit denen ich sonst selten was zu tun hatte. Ob es um banale Fragen oder andere Dinge geht, plötzlich kann ich auf eine Gemeinschaft mit Lebenserfahrung zurückgreifen und mir nützliche Informationen holen.

Nach den Übungsabenden singe ich zuhause und auch schon mal im Auto. Manche Lieder setzen sich richtig in meinen Ohren fest. Leider fehlt mir noch oft der Text aber ich wiederhole dann ständig kurze Strophenteile, ja es ist ein Ohrwurm.

Singen erzeugt gute Laune und überträgt sich auch auf das sonstige Leben. Ich gehe inzwischen gerne Singen. Mir gefällt der Mix der Lieder. Neben lustigen und leichten Liedern, freue ich mich wenn moderne Gassenhauer gesungen werden. Mir gefällt, dass hier in diesem Chor das deutsche Liedgut gepflegt wird. Natürlich sind englischsprachige Lieder wie z.B. Country Roads eine zeitgemäße und richtig gute Bereicherung.

Plötzlich reden mit mir Menschen aus dem Dorf, die ich bisher nicht kannte.

Eine besondere Ehre ist es für mich in Sängerweste aufzutreten, zumal ich sie von meinem neuen Nachbarn, dem jahrelang Aktiven Albert Kümmerle geerbt habe.

Wie findest Du es mit anderen Nationalitäten zu singen und sich mit diesen Menschen auszutauschen?

Ich wundere mich, wie sie es schaffen deutsche Lieder zu singen – aber es geht gut. Super, wenn die das schaffen, dann muss ich das auch schaffen. Ich freue mich, dass ich mich mit diesen Kameraden austauschen kann und gemeinsam mit ihnen singen darf. Wo ich aufgewachsen bin, war das verpönt. Aber heute finde ich es richtig gut und begrüße es.

Ja Alex, Singen ist eine Geduldsache, aber schön. Was wünscht Du Dir?

Als ich kürzlich den Schrank voller Noten im Keller sah, wurde mir bewusst, wie viel ich noch zu lernen habe. Ob ich das jemals schaffe?

Es ist für mich Ansporn viele dieser Lieder zu lernen und möglichst auch beim Freien Singen in geselligen Runden ohne Blatt mitsingen zu können.

Singen ist für mich ein Teil Lebensqualität, ein frischer Wind im Leben und erweitert mein Bewusstsein.

Alex, vielen Dank für Deine direkte und offene Art, die uns auf wunderbare Weise bereichert.

 

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Rückblick auf 60 Jahr Liederkranz von Albert Kümmerle

ALBERT - 100 JäHR.BILD 25.-28. JUNI 1976 - freigestelltHallo Albert. Danke dass ich dich für unsere neue Liederkranz-Zeitung interviewen darf.  Nun erzähl uns doch mal ein bisschen über dich:

Mein Name ist Albert Kümmerle, geboren am 29.Oktober 1935 hier in Schlaitdorf. Seit nun über 50 Jahren glücklich verheiratet, zwei Töchter. Beruflich war ich Kraftfahrer und nebenbei auch Landwirt.

Ich bin 2010 bei dir gegenüber eingezogen. Von unserem ersten Treffen an hast du über den Liederkranz berichtet und mich angeworben. Wie man inzwischen weiß auch erfolgreich. Wie war es bei dir damals? Wann bist du in den Liederkranz eingetreten?

Das war 1952. Ich habe hier meine Originale Mitglieds-Karte. Die wurde noch von dem damaligen Vorstand Christian Schlotterbeck unterschrieben. Solche Karten gibt es heute gar nicht mehr.

Das sind ja über 60 Jahre! Was hält einen so lange im Verein? Gab es nie Momente wo es dir weniger gefallen hat oder du mit dem Austritts-Gedanken gespielt hast? Verstehe mich nicht falsch, aber in Zeiten wo Autos fünf Jahre, Ehen drei Jahre und Arbeitsverhältnisse ein Jahr halten, ist eine so lange Zeit fast unvorstellbar für mich.  

Nein. Niemals. Ein Austritts-Gedanke schon gar nicht. Ich würde heute noch zu gerne Singen. Es ist ja nicht nur das Singen was mir unglaublich Spaß machte. Auch die Kameradschaft war immer ein sicherer Hafen den ich ansteuern konnte. Das Singen mit der Gemeinschaft bringt Freude und Halt in´s Leben.

Wie hat es bei dir begonnen? Wurdest du auch so angeworben wie ich? 

Mich haben damals zwei Schulkollegen mitgenommen. Da war ich 17 Jahre alt. Ich wusste schon nach wenigen Treffen, so wie du ja auch, dass ich hier Glücklich werde. Daraus sind 60 Jahre geworden.

Da hast du ja die Messlatte sehr hoch gesetzt, mal sehen ob ich da ran komme! Hattest du noch andere Aufgaben im Verein?

Ja! Ich war Stimmführer vom ersten Bass. Von 1983 – 2011. Hier liegen noch zwei Hefte voll mit allen Anwesenheitszahlen aus all den Jahren. Außerdem war ich jahrelang Fahnenträger.

Fahnenträger?

Ja, der Fahnenträger führte den Festzug bei auswärtigen Veranstaltungen oder Beerdigungen an.

Du hast mir auch ganz am Anfang was von Gläsern erzählt, was hat es mit denen auf sich?

Wenn man im Jahr maximal drei Mal fehlte, egal aus welchem Grund, bekam man am Jahresende ein besonderes Glas mit Gravur als Auszeichnung. Das habe ich in 60 Jahren 28-mal geschafft. Es sind auch einige Zinnbecher und Krüge dabei.

Ja, ich sehe dass deine Glasvitrine schwer mit all den Auszeichnungen zu kämpfen hat. Gibt es ein besonderes Ereignis in all den Jahren welches dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Wir sind Pfingsten 1954 zu unserem Partnerchor nach Diessbach in der Schweiz gefahren. Ein Bus hat da nicht gereicht, Christian Schlotterbeck musste mit einem kleinen Bus zusätzlich fahren. Zu dieser Zeit war die Weltmeisterschaft in Bern, die wir auch noch gewonnen haben! Das war schon was ganz besonderes. Albrecht Hiemer, der heute noch singt, war damals auch dabei.

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen mich anzuwerben? Woher wusstest du dass ich der Richtige bin?

Das hat man dir angesehen. Außerdem – wenn jeder der den Verein als aktiver Sänger verlässt – wie ich es aus gesundheitlichen Gründen tun musste, für seinen persönlichen Nachwuchs sorgt, wird unser Verein noch ewig leben.

In 60 Jahren lernt man unglaublich viele Lieder. Hast du ein paar besondere im Kopf? Was sind deine Lieblinge?

Wir haben ein Rotes Gesangsbuch aus frühen Jahren. Das ist mir am Liebsten. Lieder wie „Singe wem Gesang gegeben“ oder Württemberger Wei“ sind Klassiker die ich immer gerne sang.

Vielen Dank für das Gespräch Albert!

 

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