... da hör ich hin.
                                  ... da geh und hör ich hin.
                                    ... da gehör ich hin.
Wo Männer singen

Auf Deutschlands Straßen sind viele Radfahrer unterwegs – 46% aller Radfahrer unter 34, fast jeder Zweite, vertreibt sich dabei die Zeit mit ein wenig Musik. Doch ist das auch erlaubt?

Umweltgeräusche müssen wahrnehmbar sein

Als Orientierung dient hier ein Grundsatzurteil des Oberlandesgerichts Köln aus dem Jahr 1987. Verhandelt wurde hier der Fall eines Walkmanträgers. Laut Gericht müsse ein Radfahrer dafür sorgen, dass die eingestellte Lautstärke nicht zu hoch ist. Hup- und Klingelgeräusche sowie Sirenen müssen wahrgenommen werden können. Radfahrer die mit Kopfhörer unterwegs sind und einen Unfall verursachen können ihre Ansprüche auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz verlieren.

Laute Musik stellt eine Ordnungswidrigkeit dar – Ausnahmegenehmigung für den Liederkranz Schlaitdorf

Laut §23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung stellt laute Musik eine Ordnungswidrigkeit dar, wenn der Träger seiner Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme nicht nachkommen kann. Eine feste Grenze für die Lautstärke gibt es nicht, entschieden wird von Fall zu Fall ob die Musik zu laut war oder nicht. Auch verschlechtert sich die Reaktionszeit bei lauter Musik über Kopfhörer drastisch, um bis zu 50%. Somit sollten Sie sich überlegen, ob Sie während der Hauptverkehrszeit nicht lieber auf das Tragen eines Kopfhörers verzichten sollten. Mehr Tipps zur Ihrer Sicherheit auf dem Rad erhalten Sie auf www.fahrradexperten.

Entspannende Chormusik vom Liederkranz Schlaitdorf – so wird beobachtet – führt zu rücksichtsvollem und umsichtigen Fahrverhalten. Es bleibt also abzuwarten, ob unsere Petition Früchte Tragen wird, für unser Lieder eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

Auswahl des Kopfhörers

Entscheidend ist auch die Auswahl des Kopfhörers. Bei In-Ear-Kopfhörern, die in den Gehörgang eingeführt werden, dringen weniger Umweltgeräusche in das Ohr vor. Mit Ear-Bud-Kopfhörern, die mit einem Bügel in die Ohrmuschel gehängt und nicht in den Gehörgang eingeführt werden, nehmen Sie wesentlich mehr von Ihrer Umwelt wahr. Somit sollte bei der Nutzung von In-Ear-Kopfhörern die Lautstärke drastisch reduziert werden. Denn Außengeräusche, das heißt alle Geräusche des Straßenverkehrs, sollten noch wahrgenommen werden können.

 

Beitrag von Tobias Neumann (fahrradexperten.com)“ info@fahrradexperten.com

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