... da hör ich hin.
                                  ... da geh und hör ich hin.
                                    ... da gehör ich hin.
Wo Männer singen

gmLiebe Schlaitdorfer,
liebe Leser und Freunde der Chormusik,

was hat wohl die Gründerväter des Liederkranzes vor 140 Jahren motiviert unseren Liederkranz Schlaitdorf als Männerchor zu gründen?

In welchen Zeiten lebten die Menschen? Welche Sorgen und Freuden bestimmten den Zeitgeist der damaligen Bevölkerung? Gab es auch vor dem Liederkranz schon „organisierten“ Gesang im Ort?

Fragen über Fragen schießen einem durch den Kopf, wenn man – unwissend – sich nur wenige Minuten auf eine gedankliche Zeitreise begeben möchte.

Folgende Themen haben 1876 vielleicht auch in Schlaitdorf für Gesprächsstoff gesorgt: Die Mark wird als Einheitswährung in allen deutschen Bundesstaaten eingeführt. Nikolaus Otto nimmt seinen ersten Viertaktmotor in Betrieb. In Bayreuth finden die ersten Richard-Wagner-Festspiele statt.

Oder hatten die damaligen Schlaitdorfer von solchen Themen überhaupt Notiz genommen?

Egal was die große weite Welt bewegte, eine Gruppe von x Männern – allen voran Christian Rein (Urgroßvater von Tenor Rainer Reusch) – haben ihre Hobbys unter einen Hut – konkret in den Liederkranz – gebracht.

Es ist leicht zu vermuten was diese Männer motivierte: Geselligkeit, Kameradschaft, Lebensfreude und die Freude am Singen.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war das organisierte Singen dem kirchlichen Sektor vorbehalten. Dann aber überzog eine Welle von Vereinsgründungen das Land. Sehr häufig wurden die Vereine als reine Männerchöre gegründet.

Nach den Chroniken und Erzählungen der „Dorfältesten“ galt der Liederkranz in Schlaitdorf seit seiner Gründung als Institution von hohem gesellschaftlichen Range. Interessant ist, dass es nicht immer nur „Hochs“ gab. Es gab immer wieder auch Phasen der erzwungenen Neuausrichtung.

Die Chorlandschaft hat sich insbesondere aber in den letzten 30 bis 50 Jahren nochmals deutlich verändert. Obwohl der Chorgesang insgesamt auf einer gesellschaftlich breiten Basis steht, ist in vielen Fällen ein Rückgang des starken Geschlechtes in den Chorreihen vieler Chöre zu beobachten.

Auf der anderen Seite entstanden viele neue Chöre die ihre Chance durch die Spezialisierung gefunden haben. So entstanden viele Kinder– und Jugendchöre, Frauenchöre, Gospelchöre und Projektchöre. Ganz zu schweigen von der vielfältigen Spezialisierung auf bestimmte Chorliteratur. Ein modernes Erscheinungsbild ist dabei immer das A und O eines jeden Chores.

Übrigens – Männerchöre mussten nicht erst neu erfunden werden. Sie waren quasi die erfolgreichen Vorreiter des profilierten Chorgesanges.

Dabei beweist der Liederkranz Schlaitdorf auf besondere Weise, wie sich die Pflege der Traditionen mit einem modernen und zukunftgerichteten Chorkonzept unter einen Hut bringen lassen.

Wir freuen uns insbesondere darüber, dass wir in den letzten Jahren starken Zuwachs an jungen Sängern verzeichnen konnten. So verwundert es auch nicht, dass sich die Frauenwelt über das aufpolierte Chorbild begeistert zeigt: „Sag mal, woher habt Ihr denn die Schnittchen in Eurem Chor…?

Es erübrigt sich zu betonen, dass solche Kommentare allein auf die stimmlichen Qualitäten der Sänger abzielen – heute wie schon vor 140 Jahren.

Daher freuen wir uns auf unsere nächste Begegnung mit Ihnen. Als Gast bei einem unserer Auftritte oder als besagter Spezialist mit den genetisch passenden Stimmbändern zu einem der nächsten Synchronisationsabende.

Herzlichst

Ihr Gerhard Miller, Vorstand

 

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